Presseberichte zu unserer Ausstellung

NRZ vom 07.10.2017

So sehen Künstler den Stadtteil Hülsdonk in Moers

Matthias Alfringhaus
08.10.2017 - 14:00 Uhr


Foto: Arnulf Stoffel
Hansfried Münchberg zeigt hier einige der Bilder, die zum Thema Hülsdonk entstanden sind.


MOERS. 20 Künstler der Moerser Malergruppe Spektrum haben sich mit Hülsdonk befasst. Es könnte die erste Stadtteil-Bilder-Ausstellung in Moers sein.
Seit 2015 leitet Hinrich Kley-Olsen die Begegnungsstätte Haus am Schwanenring in Moers. Vergangenes Jahr hatte er die Menschen aus dem Stadtteil bereits zum Nachbarschaftstag eingeladen, jetzt ist ihm ein weiterer Coup gelungen. 20 Künstler der Moerser Malergruppe Spektrum haben sich mit Hülsdonk befasst, ihre 40 Bilder werden der Öffentlichkeit am Sonntag, 15. Oktober, um 11.30 Uhr im Haus am Schwanenring gezeigt. Kley-Olsens Botschaft ist so einfach wie zeitgemäß: „Wir sind hier nicht das Altenheim, und es geht hier auch nicht nur um Kartenspiele am Nachmittag.“
Er möchte das Haus von der Begegnungsstätte zum Stadtteilzentrum entwickeln. Seine Vorstellung vom Älterwerden: „Es geht um Selbstorganisation, um Teilnahme. So möchten wir auch die einsamen Menschen im Stadtteil ansprechen.“

Dieses Bild zeigt die Bäckerei Schomaker und wurde von Petra Krülls gemalt.
Foto: Arnulf Stoffel

Die noch immer 25 Personen starke und überaus aktive ZWAR-Gruppe des Netzwerkes ist da zum Beispiel eine gute Grundlage. Die Abkürzung steht für „Zwischen Arbeit und Ruhestand“.

Das mit der Ausstellung war zuerst „nur so eine Idee“, wie Kley-Olsen berichtet. Eine Idee, auf die man allerdings durchaus leicht kommen kann. Denn das Moerser Spektrum trifft sich unter der fachkundigen Begleitung des Moerser Künstlers Hansfried Münchberg im Haus am Schwanenring – und das seit dessen Eröffnung 1994.

Künstler haben nach Sehenswürdigkeiten gesucht

Kley-Olsen spricht also mit Münchberg, Münchberg stellt die Idee, zum Stadtteil Hülsdonk zu arbeiten, der Gruppe vor, und es wird ein Schuh daraus. Oder besser: Die Idee nimmt Farbe und Form an. Eine „Foto-Safari“, wie Münchberg die Stadtteil-Begehung nennt, bringt den Spektrum-Malern das Gespür für die passenden Motive, in manchen Fällen helfen auch historische Postkarten.
Hansfried Münchberg: „Wir haben natürlich nach Sehenswürdigkeiten gesucht, aber Hülsdonk ist da überschaubar. Wir haben trotzdem Blickwinkel gefunden, die für den Betrachter und die Künstler reizvoll sind.“ Nach seiner Erinnerung hat es in der Stadt noch nie eine Bilder-Ausstellung über einen Stadtteil gegeben.

Dieses Bild zeigt den Gasthof Steinschen und wurde von Peter D. Hoch gemalt und ist auch in der Ausstellung zu sehen.
Foto: Arnulf Stoffel

So gesehen ist die Ausstellungseröffnung in Hülsdonk also auch eine Premiere für Moers. Eine Premiere, an der auch Norbert Hohmann teilnimmt. Der Autor der Chronik „Hülsdonk – Geschichten von Hülsdonk – nicht nur für Hülsdonker“ wird dann Texte aus seinem Werk vortragen. Zusammen mit den Bildern, die bei vielen Besuchern Erinnerungen an längst vergangene Zeiten wachrufen dürften, könnte das ein gelungener Tag werden.
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Rheinische Post - Moers vom 05.10.2017

Hülsdonk gibt's bald auf Bildern zu sehen


MOERS Die Malergruppe Spektrum hat die Wahrzeichen Hülsdonks porträtiert. Unterstützt wurde sie vom Künstler Hansfried Münchberg. Ab dem 15. Oktober werden 40 Gemälde in der Begegnungsstätte am Schwanenring ausgestellt.

Bevor sie das Bild vom Hülsdonker Real-Parkplatz malen konnte, musste Petra Krülls (54) einige Wochen warten. Und zwar auf einen Regenschauer. "Wenn es stark regnet, dann steht der Parkplatz unter Wasser, das Gebäude spiegelt sich in dem kleinen See auf dem Asphalt", erklärt Krülls. "Und genau das wollte ich festhalten." An einem verregneten Sonntag fuhr sie mit ihrer Tochter los, schoss 20 Fotos. Irgendwann hatte sie den Lichteinfall erwischt, den sie auf ihrem Acrylgemälde verewigen wollte.

Einige Wochen später steht ihr Werk neben 39 anderen Bildern der Malergruppe Spektrum in einem lichtdurchfluteten Raum der Begegnungsstätte am Schwanenring. Beim wöchentlichen Malkurs, den Krülls seit 1998 mit ihrer Mutter Gisela Wasielewski (84) besucht, holt Leiter Hansfried Münchberg (71) das Bild hervor. "Das ist eines der Motive, das ich sofort mit Hülsdonk assoziiere", sagt er. "Genauso wie die Sperrmüllsammelstelle am Jostenhof oder den Feuerwehrturm am Kreisverkehr." Er deutet auf die umstehenden Gemälde, die an den Fenstern und Fußleisten lehnen: "Als der Leiter der Begegnungsstätte, Hinrich Kley-Olsen, den Vorschlag machte, hat sich meine Malergruppe Spektrum ordentlich ins Zeug gelegt und 40 Bilder von Hülsdonk angefertigt. Sie alle zeigen Orte, die den Stadtteil ausmachen, bekannte oder unbekannte." 21 Hobbykünstler sind an dem Projekt beteiligt, haben wochenlang mit Öl, Acryl und Aquarell auf die Ausstellung "Hülsdonk - mein Stück Moers" hingearbeitet, die am 15. Oktober in der Begegnungsstätte am Schwanenring eröffnet wird. Ob es der Hülsdonker Bahnhof ist, der Glockenturm am Friedhof oder die Aumühle - die Maler waren überall, haben fotografiert und sich von schönen Orten inspirieren lassen.

Karola Brück (68), die gerade an einem Leuchtturmgemälde mit tiefschwarzem Himmel arbeitet, sieht von ihrer Leinwand auf und betrachtet noch einmal das Bild vom sich spiegelnden Real-Gebäude. "Toll getroffen", sagt sie. Die Bilder, die Brück für die Ausstellung gemalt hat, lehnen am Tischbein neben ihr: Ein Vorgarten am Heckmannshof mit bunten Blumen, Sträuchern und Gewächsen, die aussehen, als würden sie aus der Leinwand wuchern, und eine Allee im Freizeitpark sind darauf abgebildet. "Ich gehe regelmäßig dort spazieren und habe mir gedacht: Das muss ich doch mal festhalten", erzählt die Rentnerin, die beim Malen immer Entspannung findet. Seit 2000 besucht sie wöchentlich den Malkurs bei Hansfried Münchberg. Mit der Gruppe organisiert sie jährlich Ausstellungen in der Begegnungsstätte, fühlt sich mit den Malerkollegen am großen Tisch wohl.

Es geht sehr familiär zu, Mieke Sieber, die den letzten verbliebenen Hülsdonker Bauernhof auf die Leinwand bringt, hat Kuchen mitgebracht, schenkt den Malern immer neuen Kaffee nach. "Sie ist die Kursmutter", sagt Krülls lächelnd. Leider gab es in den vergangenen Wochen für die Gruppe nicht nur fröhliche Malstunden wie diese: Kursteilnehmerin Johanna Gnoyke verstarb im August. Kurz zuvor hatte sie noch ihr Bild vom japanischen Garten im Freizeitpark fertiggestellt, das auch während der Ausstellung gezeigt wird. "Sie hat trotz ihrer schweren Erkrankung leidenschaftlich gerne gemalt", erzählt Münchberg.

"Hülsdonk - mein Stück Moers" ist ab dem 15. Oktober, 11.30 Uhr, in der Begegnungsstätte am Schwanenring 5 zu sehen. Zur Eröffnung liest Norbert Hohmann Passagen aus seinem Buch "Hülsdonk - Geschichtchen aus Hülsdonk - nicht nur für Hülsdonker". Es gibt einen Sekt-Empfang und Gebäck. Die Ausstellung läuft bis Januar und kann von montags bis donnerstags zwischen 15 und 17 Uhr besucht werden.

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"Einfach glänzend"